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Polygam leben - one to make her happy


Folgend werden die persönlichen Erfahrungen und Meinungen von Nadine Primo wiedergegeben... 

Auch wenn es in meiner Geschichte hier um Polygynie geht, so bleiben wir dennoch bei der Bezeichnung polygam, da dies einfacher zu verstehen ist. 

Ich selbst lebe in einer Poly Beziehung, quasi in Polyamorie. Dieses Beziehungsmodell ist offiziell nicht anerkannt, polygame Beziehungen vor dem Gesetz sogar verboten, doch es gibt Länder, in welchen dieses Konstrukt durchaus legal und gesellschaftlich anerkannt ist. 

In meinem Beitrag heute möchte ich aber von einer polygamen Beziehung erzählen, die nichts direkt mit mir zu tun hat. Es handelt sich hier um meine Brieffreundin, die ich jedoch kennengelernt habe, da ich mich ausführlich mit dem Thema polygam befasst hatte.

Natürlich weiß meine Brieffreundin auch, dass ich diesen Blogbeitrag über sie verfasse. Sie hat damit kein Problem und dennoch habe ich die Namen geändert. 

Wie die polygame Beziehung begann


Marlene war ihr ganzes Leben lang sehr freiheitsliebend. Sie war nie ein Kind von Traurigkeit und hatte daher auch nie eine wirklich feste Beziehung. Während ihres Studiums hatte sie viele Freunde und Freundinnen. Sie war sexuell nicht unbedingt überaktiv, er kam jedoch auch garantiert nicht zu kurz.

Nach dem Studium entschloss sie sich, ein Jahr Auszeit zu nehmen. Sie plante eine Backpacking Tour durch Asien. Alleine mit ihrem leichten Gepäck machte sie sich auf den Weg und landete nach 11 Stunden Flugzeit auf dem Flughafen Bangkok. 

Sie atmete sofort die heiße, feuchte Luft ein, roch den Mix aus süßen Blüten, Räucherstäbchen und Abgasen der Metropole und sofort hatte sie ein ganz besonderes Kribbeln im Bauch. Sie wusste sofort, diese Reise würde ihr Leben auf den Kopf stellen. Zu diesem Zeitpunkt aber dachte sie auf keinen Fall daran, dass sie bald darauf in einer polygamen Beziehung landen würde. 

Marlene nahm sich in der Backpacker Straße Khao Sarn Road ein kleines Zimmer und zog gleich abends durch die Straßen. Hier waren Tausende Rucksacktouristen und Gleichgesinnte unterwegs und es wurde ausgiebig gefeiert und gelacht.

Sie lernte am selben Abend Sandy, ein Mädchen aus Holland kennen. Gemeinsam beschlossen sie, nach ein paar Tagen gemeinsam auf die Insel Koh Phangan weiter zu reisen. Schnell fanden sie auch heraus, dass sie viel mehr verband als nur Freundschaft. Aus den zwei jungen Frauen wurde ein Paar.

Sie checkten auf der Hippie Insel in ein Yoga Hotel ein und genossen ihre Liebe, die Freiheit, Sonne, Sand und Meer.

Es kam, wie es kommen musste. Die zwei hübschen Ladies fielen auch den Männern auf und ein Yogalehrer bemühte sich sehr um die beiden. Sowohl Marlene, als auch Sandy fühlten sich zu Mark hingezogen. Sie hatten nächtelange Unterhaltungen und irgendwie ergab es sich, dass sie bald eine polygame Beziehung zu dritt führten.

Ich möchte die Geschichte jetzt nicht zu lange und ausführlich erzählen, eigentlich könnte man darüber einen Roman schreiben, doch vor allem geht es hier ja um die polygame Beziehung.

Nach reiflicher Überlegung entschieden die drei jungen Menschen, auf der Insel ein eigene kleines Resort mit Yoga, Meditation, veganem Essen und viel Spaß aufzumachen. Das polygame Trio setzte auch alles erfolgreich um. Ihre unkonventionelle Art zu leben stieß auf der thailändischen Insel in keiner Weise auf Unverständnis. Irgendwie wurde diese von Anfang an als normal akzeptiert.

Um ihrer polygamen Beziehung etwas mehr Stärke zu verleihen, ließen sie sich nach etwa einem Jahr am Strand während einer buddhistisch spirituellen Zeremonie segnen. Sie fühlten sich nun alle drei als verheiratet und sprachen auch immer voneinander als mein Mann und meine Frau.

Wie die polygame Gemeinschaft wuchs


Wie es im Leben so ist, so stand auch hier eine Veränderung bevor. Eine Amerikanerin bewarb sich in ihrem Resort als Yogalehrerin und Masseurin. Gemeinsame Nächte mit endlosen, tiefgründigen Gesprächen führten dazu, dass sich auch hier Gefühle entwickelten. Die Gefühle bestanden vor allem zwischen Sue und Mark. 

Sue konnte jedoch anfangs mit der polygamen Beziehung nichts anfangen. Sie hätte Mark gerne für sich alleine. Doch hier biss sie auf Granit. Auch wenn die drei sehr unkonventionell, frei und polygam lebten, so hatten sie doch ihre Grundsätze. Untreue sollte in ihrer Beziehung nie eine Rolle spielen.

Für Mark würde nur eine Beziehung, auch eine rein sexuelle Beziehung, in Frage kommen, wenn alle Personen in der Gemeinschaft damit einverstanden wären. Mark fühlte sich durchaus zu Sue hingezogen, doch ohne der Zustimmung seiner beiden Frauen wollte er hier nichts eingehen.

Marlene und ich waren zu jener Zeit bereits Brieffreunde und sie hatte mir natürlich alles über ihre polygame Beziehung erzählt. Auch über die eigenartige Situation mit Sue schrieb sie sich die Probleme von der Seele. Auf der einen Seite fand sie Sue nett und konnte sie sich durchaus als Schwester vorstellen. Auf der anderen Seite aber nagte auch die Eifersucht. Auch polygame Beziehungen sind vor diesen Emotionen nicht gefeit.

Sue blieb noch bis zum Ende der Saison, reiste dann jedoch ab. Auch sie sah sich nicht in einer polygamen Gemeinschaft. Mit den Jahren aber schlossen sich dennoch drei weitere Frauen dieser unkonventionellen Beziehung an. Mark brachte eine junge Frau mit in die Beziehung, da er sich Hals über Kopf in diese verliebt hatte. Es waren harte Wochen. Viele Gespräche, Tränen, Vorwürfe und Alkohol folgten. Doch am Ende wollten sie es versuchen.

Sie leben heute noch auf der thailändischen Insel in ihrer polygamen Beziehung. Mittelpunkt sind immer noch Marlene, Sandy und Mark. Die drei anderen Frauen waren zwar stark in die Beziehung eingebunden, kamen Marlene und Sandy jedoch nie emotional so nahe, wie sie es Mark kamen. Dennoch habe ich das Gefühl, dass es sich bei dieser Gemeinschaft um eine relativ unbeschwert glückliche Verbindung handelt.

Ist eine polygame Beziehung vielleicht optimal?


Viele Beziehungen scheitern an Untreue. Philosophisch und auch rational betrachtet könnte somit eine polygame Beziehung die Lösung aller Probleme sein. Das ist jetzt vielleicht etwas rosarot gedacht, doch ein Funken Wahrheit steckt dahinter.

Natürlich gibt es Paare, die sich niemals vorstellen können, den Partner mit einer anderen Person zu teilen. Diese Paare, die so eng und sich selbst genug sind, sind in der Regel aber auch nicht gefährdet, untreu zu werden.

Manche aber haben ein anderes Naturell. Sie fühlen, dass ein Mensch alleine nicht all ihre Bedürfnisse decken kann. Manche Frauen wünschen sich sexuell und emotional sowohl einen Mann, als auch eine Frau an ihrer Seite. Manche Männer haben spezielle sexuelle Vorlieben, die nicht jede Frau teilen will. Einige haben ausgefallene Hobbys, reisen gerne und wollen die Welt entdecken, der Partner jedoch nicht. Wie schön wäre es also für all diese, wenn noch ein weiterer Partner für genau diese Vorlieben verfügbar wäre.

Polygam leben ist somit eine Form der Partnerschaft, die für viele perfekt passend sein kann. Solange jeder mit dem Partner offen über die Bedürfnisse reden kann, sollte dies kein Problem sein. Die Akzeptanz von der Umwelt kommt dann von alleine - früher oder später. Daran sollte es nicht scheitern.